Tattoo Tutoring Times
Tattoo Tutoring

Tattoo Tutoring: Tara und Max erklären Tattoos

Die Tätowierer Tara und Max knöpfen sich die Arbeiten ihrer geschätzten Kollegen vor.

 

Tätowierer Tattoo Lörrach Mannheim Tutoring Bewertung

Links: Seit über einem Jahrzehnt sticht Tara vom Schattenwerk Tattoo in Lörrach Asiatisches. Legenden wie Luke Atkinson und Marcuse (†) lehrten ihr dieses Handwerk.
Rechts: Max Laloi, 27, vom Electric Circus in Mannheim, widmet sich seit einem Jahrzehnt Traditionals und asiatischen Tattoos.

 

 

 

Tattoo Times General Grievous Lars Wilczinski Tattoo Tutoring

General Grievous aus der Star-Wars-Reihe, von Lars Wilczinski, Blue Moon Tattoo, Berlin.

Tara: Dass ich mit dem Motiv erstmal nichts anfangen kann, hat nichts zu sagen, bin halt kein Star Wars Fan. Ist super umgesetzt. Mal was Anderes. Sieht auf den ersten Blick recht sauber aus. Normal ist das mit Gelb ein bisschen schwierig, aber hier ist viel Tiefe drin. Das Rot lässt das Ganze dann richtig leuchten. Gelb allein würde etwas blass aussehen. Dass japanische Motiv auf dem Gesicht find ich cool. Vielleicht hat der Träger ja schon ein paar japanische Tattoos und wollte, dass auch sein eher modernes Motiv dazu passt.

Max: Mein erster Eindruck: Echt cool. Ich finde die Kombi mit dem japanischen Line-out auf dem Gesicht total geil. Außerdem ist die goldene Farbgebung und die Schattierung sehr sehr sauber. Die Augenhöhlen wirken sehr plastisch. Super solide gearbeitet. Wird wohl auch in einigen Jahren noch so dastehen. Auch der Kontrast  der Linienstärken ist schön. Die dicken Linien außenrum, die Linien im Gesicht deutlich dünner und weit auseinander, aber trotzdem so drin, dass sie haltbar sind. Plus, es ist überall Farbe drin, was es zusätzlich sauber macht. Manche würden vielleicht behaupten, dass es nicht in Ordnung ist, traditionell Japanisches mit so einem modernen Motiv (General Grievous aus Star Wars, Anm. d. Verf.) zu kombinieren. Aber ich find das völlig okay. Durch diese Kombi wird es überhaupt erst zum Hingucker.

 

David Cote Tattoo Astronaut Times

Mondmann von David Cote, Imperial Tattoo Connexion, Montreal, Kanada.

Tara: Schön gemacht. Im Großen und Ganzen eine gute Idee. Vielleicht ein bisschen viel Schwarz, aber auch wieder Geschmacksache. Manche lassen sich ihre Arme komplett Schwarz tätowieren. Mit Sicherheit haltbar. Vermutlich ist in den Sternen Weiß drin, das dann irgendwann auch mal verschwinden wird. Aber es hält diese Fixpunkte am Leben. Auch hier kann ich mit dem Motiv nicht viel anfangen. Aber das ist doch gut, denn wenn jeder das Gleiche hätte, wäre es doch auch ziemlich langweilig. Freiheit für alle. Den Abschluss find ich etwas schwierig. Im Japanischen denkt man eben immer drüber nach, wie es weiter gehen könnte. Aber vielleicht wollen die Leute das eben auch so.

Max: Das gefällt mir nicht. Das sieht mir zu sehr wie ein Aufkleber aus. Das Element oben in der Ecke ist ganz cool; das Farbige nach innen, das Schwarze nach außen. Die Arbeit ist technisch nicht verkehrt, aber mir gefällt das Design nicht. Die Füße sehen aus, als ob die Fersen vorne wären. Irgendwie komisch. Die Wirkung ist definitiv vorhanden und man sieht so ein Tattoo auch nicht an jeder Straßenecke. Das ist ein immer populärer werdender Stil und immer mehr Leute stechen ihn. Aber wo ich den einordnen soll, weiß ich noch nicht.

Nachdem Max Davids Tattoo eingeschätzt hat, verrate ich ihm, wer es gestochen hat. Wir sehen uns gemeinsam Davids Instagram-Account an und Max sagt: »Da hast du mir ausgerechnet eines seinerTattoos gezeigt, die mir nicht so gefallen. Aber Vieles von dem was er hier gestochen hat halte ich für sehr gut gemacht.«

 

Fotos: Tara, Max Laloi, David Cote, Lars Wilczinski

07. August 2016

 

Tattoo Tutoring

Bildung ist der Schlüssel. Das gilt erst recht für Tattoos. Wer sich damit auskennt, der bekommt auch Qualität. Worauf es technisch und inhaltlich bei einer soliden Tätowierung ankommt, erklären im Tattoo Tutoring etablierte Tätowierer. Von wem die Arbeiten stammen, die wir ihnen vorlegen, verraten wir ihnen vorab nicht.

Bei allen Einschätzungen der Tätowierer kann es sich hier immer nur um eine Meinung und nie um die absolute Wahrheit handeln. Der Tätowierer kann lediglich das ihm aktuell vorliegende Foto beurteilen. Mal zeigen diese Fotos ein verheiltes, mal ein unverheiltes Tattoo. Auch die Umstände unter denen das Tattoo entstanden ist, sind für die Tattoo-Tutoren nicht immer nachvollziehbar. Zudem sind Geschmäcker stets verschieden. Dennoch meinen wir, dass ein Austausch über Tätowierungen stattfinden muss, um neue Einsichten zu erhalten. In diesem Sinne: Take it easy. It’s never nothing personal.