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Jan Böhmermann: »Wichtig ist erstmal: keine Tätowierungen« // Video

Weshalb Jan Böhmermann keine Tätowierten in seinem Team will.

 

In einem Interview mit Hiphop.de hat Jan Böhmermann verlauten lassen, dass er in seiner arbeitgebenden Firma, der bildundtonfabrik, Wert darauf legt, dass dort möglichst keine Tätowierten arbeiten. »Wichtig ist erstmal: keine Tätowierungen. Haben wir aber aufgegeben, weil wir zu viele Leute werden. Bart (der Fahrer des Wagens, in dem das Interview stattfindet, Anm. d Verf.) ist der Einzige, der darf. Aber nur, weil er schon von Anfang an dabei ist. So vier, fünf Jahre.«

Screenshot aus dem Interview von hiphop.de vom 21. August 2016. Ab Minute 4:58 spricht Böhmermann über Tätowierte.

Screenshot aus dem Interview von hiphop.de vom 21. August 2016. Ab Minute 4:58 spricht Böhmermann über Tätowierte.

Seine Ansichten begründet Böhmermann so: »Weil Leute, die sich tätowieren lassen, haben zuviel Freizeit im Kopf.« So würden Tätowierte über nichts Anderes nachdenken, als darüber, was sie sich als nächstes stechen lassen. Weiter stellt der Moderator von Neo Magazin Royale klar: »Wir können einstellen, wen wir wollen. Wir sind eine komplett freie Firma und das ZDF ist nur ein Auftraggeber.«

Es dauert bis Interviewer Rooz auffällt, dass sein Interview-Partner eine diskriminierende Bemerkung hat fallen lassen. Dann fragt er nach: »Aber warte mal, warum keine Tätowierungen?« Und Böhmermann antwortet: »Wenn man die Zeit hat, sich Gedanken darüber zu machen, was man sich tätowieren lassen will, dann hat man für viele …« Jetzt scheint auch Bart unzufrieden mit den Aussagen Böhmermanns zu sein, denn der Moderator beendet seinen Satz nicht und erklärt seinem Fahrer stattdessen: »Ja ist doch so! Was du dir schon Gedanken gemacht hast, was du dir auf deinen Körper tätowieren lässt.«

Der Pol1z1stens0hn gibt den spießbürgerlichen Ignoranten, den er hingegen in seiner Show auf ZDFneo immer wieder an den Pranger stellt. Seine Worte sind daher wohl eher kalkulierte Provokation. Nur zu gerne bringt er ganze Bevölkerungsgruppen gegen sich auf, um im Gespräch zu bleiben. Im weiteren Verlauf beschwert er sich über Longboard-Fahrer über 40 sowie Pokémon-Go-Spieler.

Böhmermann lebt davon, sich Feindbilder zu machen. Seine Aussagen braucht man daher nicht immer all zu ernst nehmen. Auch das tatsächlich nur einer der 50 Mitarbeiter Böhmermanns tätowiert ist, ist kaum vorstellbar, besteht sein Team auch aus jungen Menschen der Kölner Kunsthochschule für Medien – und somit einer sehr Kunst-affinen Belegschaft.

 

 

30. August 2016